Montag, 3. Dezember 2018

Erster Schnee - erster Test ...

der Cyclocross Staatsmeisterschaftsstrecke.


Donnerstag, 29. November 2018

Walter Kovarik – eine Radlegende ist 80

Allzu oft und zu rasch wird der Begriff „Legende“ verwendet – wenn man allerdings Walter Kovarik als Radlegende bezeichnet, liegt man mit Sicherheit nicht falsch.

Wer in der Radszene kennt Walter nicht, wer hat nicht schon ein kleines Pläuschchen vor oder nach einem Rennen mit dem stets gut gelaunten Walter geführt. Immer gerne habe ich die Gelegenheit genützt, mit Walter ein paar Worte zu wechseln und eine besondere Ehre war es für mich, ihn und seine Frau Hermi vor zwei Jahren in Mödling zu besuchen. Dabei konnte ich einen Blick auf eine Vielzahl seiner Trophäen, aber auch auf seine Sammlung von diversen Radsportkrimskrams werfen. Ich übergab Walter einen kleinen Zinnradfahrer aus der auch umfangreichen Sammlung meines Vaters, und es war rührend, wie sehr sich Walter darüber freute. Dabei genoss ich auch die Gastfreundschaft seiner lieben Gattin Hermi. Baff erstaunt war ich, als Walter plötzlich wie ein junger Bursche auf den Tisch kletterte um aus einem hochliegenden Regal Fotoalben runter zu holen. Darin befanden sich historische Fotodokumente aus seiner Radsportlaufbahn, zu welchen Walter die eine oder andere interessante Geschichte zu erzählen wusste. Und er führte damit unbewusst vor, wie (Rad)sport sowohl körperlich als auch geistig fit hält!

Seine Liebe zum Radsport begann 1953, als Walters Vater ihm Geld borgte, mit dem er sich sich ein Dusika Sportrad kaufte. Mit diesem Rad fuhr er gegen seine Jugendfreunde um Häuserblocks und hatte meistens die schnellste Zeit, obwohl manch andere schon ein Rennrad hatten. Gegen Ende des Jahres 1954 nahm er aus Neugierde an einer Wanderfahrt – heute Radmarathon genannt - teil. Obwohl sein Rad einen geraden Lenker, Pedale ohne Clips, breite Drahtreifen, eine Einfach 48er Scheibe vorne und hinten einen 4er Kranz hatte, konnte er sich bei dieser „Wanderfahrt“, die in Wahrheit rennmäßig gefahren wurde, behaupten und überquerte als Achter die Ziellinie am Boschberg in Wien-Favoriten, wo Walter seine erste Medaille überreicht bekam. Ein Hauptfahrer wurde durch diese beachtliche Leistung auf ihn aufmerksam und konnte Walter animieren, dem RC Rund um Wien beizutreten.

Mit einem aufgerüsteten Rad fuhr Walter ab 1955 Rennen, wo er bei den Unlizenzierten in seinem ersten Rennen den 3. Rang erreichte. Von nun an mischte Walter bei den Lizenzfahrern mit, wo er nach einem Sieg in seinem dritten Rennen bei den Anfängern bald auch in der Juniorenklasse Siege feierte. Nach zwei Jahren kam Walter durch die guten Ergebnisse bereits in die Klasse Hauptfahrer B und danach zu den Hauptfahrern A!

Radhauskriterium 1963
Von 1957 bis 1961 fuhr er für Union Margareten, danach bis 1964 für Union Favoriten, jener Verein der über 40 Jahre unter der Führung von Karl Eder auch den unvergessenen Radklassiker Wien-Eisenstadt-Wien veranstaltete, jahrelang das Eröffnungsrennen der Radsaison im Wiener Raum. In der Kategorie Hauptfahrer B und A bestritt Walter dabei vorwiegend Bahnrennen und Kriterien. Bei 225 Rennen belegte er 11x den ersten, 4 x den zweiten und 6 x den dritten Platz. Hervorzuheben aus Walters Sicht dabei der 3. Platz bei der Wiener Bahnmeisterschaft in der 4000 Meter Mannschaftsverfolgung, der 6. Platz in der Wiener 10 Km Meisterschaft und der Sieg beim Jubiläumsrennen von ARBÖ Landstraße, nach einer eben erst überstandenen Operation.

1964 fuhr Walter einige Rennen in Schweden, wo er auch Top Ten Plätze erreichte und plante dann über den Winter in Schweden zu arbeiten. Mit dem ersparten Geld wollte er dann die nächste Saison in Belgien längere Zeit Rennen zu fahren. Leider machte ihm nach einigen Rennen in Holland und der Tschechoslowakei sein lädiertes Knie einen Strich durch diese Rechnung und er nahm einen guten Job als Werkmeister an. Er versuchte noch zwei Jahre ein Comeback, aber schon im Training traten wieder die Knieprobleme auf. So verbrachte Walter insgesamt 11 ½ Jahre in Schweden.

Ab 1991 setzte Walter dann seine Karriere für den ARBÖ Mödling in den Kategorien Hobby, Senioren und Masters fort. Dabei beendete er von 723 Rennen 720 (!) und belegte 67 x den ersten, 102 x den zweiten und 87 x den dritten Rang. Darunter mehrere Medaillen bei Österreichischen und Niederösterreichischen Meisterschaften. Und die drei nicht beendeten Rennen kann man gut und gerne in die Kategorie „Höhere Gewalt“ einordnen: 2006 beim Van Impe Classic und 2011 beim Zeitfahren in Zillingdorf jeweils ein Unfall mit einem Auto, sowie 2011 beim Cross in Klosterneuburg ein Bruch der Sattelstütze.

2002 Nove Colli
Dass Walter ähnlich eines VW-Käfers fährt und fährt beweisen auch seine Starts bei 150 Radmarathons von denen er 148 beendete und 11 x als Erster, 12 x als Zweiter und 8 x als Dritter auf dem Siegespodest stand.

Besondere Erlebnisse waren dabei 1993 das Amstel Gold Race auf den Spuren des Profiklassikers in den Niederlanden, sowie der legendäre Nove Coli Radmarathon in Italien. Beim Amstel Gold Race in der Region Limburg waren auf den engen Straßen und Wegen rund 90 der 242 Kilometer, mit 18 giftigen Anstiegen, bei Regen zu absolvieren. Auf Grund der schlechten Streckenmarkierung kam Walter von der Route ab, bis er schließlich an der belgischen Grenze landete, was ihm einige Zusatzkilometer bescherte.Ein ebenso unvergessliches Erlebnis war die Teilnahme am Nove Coli 2001 in Cesenatico über 205 Kilometer und – wie er damals meinte - 3220 Höhenmeter, über die berüchtigten „Neun Hügel“. Trotz Schalt- und Bremsproblemen auf Grund einer Fingerschiene beendete Walter den Marathon nach 10 Std. und 52 Minuten als 154er in seiner Kategorie und war besonders angetan vom Flair dieser Veranstaltung und wie der Radsport in Italien, mitunter auch mit Pasta und Wein an den Labestellen, gelebt wird. Erst 2007 wurde Walter klar, warum er diesen Marathon als so schwierig empfand: denn da wurden nun 3840 Höhenmeter angegeben, zuvor hatte man „nur“ die Höhenmeter der Nove Coli, nicht aber die dazwischen gerechnet …

2018 TriRunners Baden
Walter: ".... so wie die Lage derzeit ist, mein letztes Rennen"
Und obwohl sich Walter auch rührend um seine Gattin Hermi kümmert und wenig Zeit zum Training hat, bestritt Walter auch 2018 in seinem 80. Lebensjahr noch 27 Rennen und Marathons.

Damit stehen stolze 38 Jahre Leistungssport mit Lizenz zu Buche – man wird sehen, ob Walter seine Absicht wahr macht und tatsächlich seine Karriere damit beendet … Walter Kovarik, ein wahres Vorbild sowohl als Sportler als auch als Mensch!

Alles Gute zum 80er Walter und weiterhin viel Freude am Radsport!

Michael Schenk, 29.11.2018


Fotos und Statistik
Fotos


Meine erste Begegnung mit Walter Kovarik, dem Finisher Weltmeister: 723 Rennen – nur 3 DNF

25.September 2011    29 Km Einzelzeitfahren Zillingdorf, ein Klassiker, den es leider nicht mehr gibt. Ins Ziel kommt ein kleiner ziemlich verärgerter älterer Herr und erzählt, dass er von einem Autofahrer angefahren wurde und das Rennen deswegen nicht beenden konnte. Die Schäden am Rad und am Fahrer waren nicht sehr groß, das hat er bewundernswert einfach weggesteckt - der Ärger über das DNF hingegen war groß. Heute, mit dem Wissen über die Statistik von Walter verstehe ich das besser, denn es war eines von nur 3 DNF bei 723 Rennen nach seinem Comeback 1990 beim RC Mödling. Eine unglaubliche Finisherquote, die vermutlich niemand sonst auch nur annähernd erreicht. Das sagt vieles über den Kämpfer Walter. Dazu passend sein Bericht zum Zeitfahrcup Rennen Heiligenkreuz – Hochrotherd am 10.8.2018

„Gestern hatten wir es richtig schön, es schüttete wie mit Schaffeln. Kaum in Schwung gekommen hatte ich nach Buchelbach einen Hinterrad Defekt. Hatte einen Ersatzschlauch mit aber mit der Patronenpumpe gab es Schwierigkeiten. Musste den Schlauch ohne Luft hinein fummeln, dann Reifen hinauf und mit der zweiten Patrone konnte ich dann ziemlich gut aufpumpen. Da war viel Glück dabei denn der Schlauch hätte sich ja einklemmen können. Das alles bei der Nässe und ohne Gefühl. Inzwischen war ich letzter und die Rettung blieb stehen und fragte ob ich noch weiterfahren kann. Nachdem ich eh schon pudelnass war fuhr ich das Rennen fertig. Glaube 20 Mann waren dabei aber nur ca. 12 sind dann auch gefahren“ 

Johann Wernhart, 29.11.2018

Montag, 26. November 2018

Österreichische Staatsmeisterschaften im Cyclocross 2019 in Wien

Der Radclub ARBÖ Wienenergie Röhsler&CO veranstaltet im Jänner 2019 die österreichischen Staatsmeisterschaften im Cyclocross.

Auf dem Gelände des Kraftwerks Donaustadt wurde bereits 2017 das Kraftwerkscross ausgetragen, auf einem Kurs mit technisch anspruchsvollen, aber auch sehr schnellen und ruppigen Passagen.

Die Zuschauer können von einem Punkt meist mehr als die Hälfe des Kurses einsehen.

Ein Verpfegungssstand im Start- und Zielgelände sorgt für das leibliche Wohl von Fahrern und Publikum.

Walter Ameshofer - „the voice“ des Österreichischen Radsports - führt durch das Programm und wird in seiner unnachahmlichen Art und Sachkenntnis kommenteren.
 
ARBÖ Wienenergie Röhsler&CO 

Folder: Alle Details zu den Rennen am 12. und 13.Jänner 2019

Richard Rettegi, sportlicher Leiter des ARBÖ Wienenergie Röhsler&CO, 26.11.2019

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Peter Kmetyko: Saisonbilanz

Mein Mtb-Unfall vom 24.2.2018 (Trümmerfraktur des li. Unterschenkels) ließ die Rennsaison 2018 platzen. So wurde ich gezwungen, mir ganz einfache Ziele zu setzen, die da lauteten: Gehen lernen, Muskel aufbauen und positiv denken.

3 Monate Liegegips mit anschließender Reha hinterließen mentale und körperliche Spuren. 
Erst ab Anfang Juni durfte ich 20 Min mit 80 Watt auf dem Ergometer strampeln. Konsequent versuchte ich den Reha-Plan umzusetzen und wenn ich glaubte, mehr machen zu müssen, damit „es schneller geht“, wurde mir prompt vom Körper mit Schmerzen signalisiert, dass das kontraproduktiv sei. So lernte ich, in meinen Körper besser hinein zu hören und mit der Belastung flexibel umzugehen.

Mitte Juli spürte ich sukzessive den Kraftzuwachs und die höhere Belastbarkeit des linken Beines. Meiner ersten Ausfahrt mit dem Crosser am Marchfeldkanal stand nichts mehr im Wege. Es folgten noch einige Testfahrten bis ich wieder mein geliebtes Arbeitsgerät, das Rennrad ausführen durfte.

Von da an ging´s steil bergauf. Am 24.7.2018, genau 5 Monate nach der OP, radelte ich frequenzorientiert auf den Mendelpass, ein paar Tage später auf das Stilfserjoch. Ohne Druck, just for fun. Herrlich. Einige Pässe und immer längere Ausfahrten während unseres Südtirolurlaubes folgten.

Schon begann ich Pläne zu schmieden für den Wiedereinstieg ins Renngeschehen mit Ende September. Da ich meine Wattwerte aus der vergangenen Saison kenne, durfte ich mir nicht zuviel erwarten. Dennoch strebte ich an, beim EZF der Trirunners ein Comeback zu geben. Ein entzündetes Zahngewebe mit darauffolgender Kiefer-OP einen Tag vor dem Rennen holte mich auf den Boden der Realität zurück. Aber, wer weiß, vielleicht war das wiederum ein Signal meines Körpers, nichts zu überstürzen?

Warum ich diese Zeilen schreibe?

Beim EZF der Trirunners am 29.9.2018 als Betreuer von Marianne und Fan an der Strecke saugte ich die einzigartige Rennatmosphäre auf, feuerte besonders alle mir vertrauten Teilnehmer an und genoss den anschließenden Plausch bei der Siegerehrung am Zobelhof mit Walter Kovarik, Gerald Leutgeb, Wolfgang Rezek alias Holzwurm etc. Dieser beeindruckende Saisonabschluss entfacht in mir zusätzliche Motivation, weiter hart an mir zu arbeiten, damit ich 2019 wieder in den Rennzirkus einsteigen kann.

See you in Ybbs 2019!

Peter Kmetyko, 3.10.2018